Matomo - Web Analytics

Unternehmerin mit Herz und Verstand - Ein Besuch beim Kooperationsbetrieb "Simone Speck" in Neumünster

24. Juni 2019

Seit zehn Jahren ist die Vollblutunternehmerin Simone Speck mit ihrem Malerfachbetrieb selbstständig. Bereits acht Jahre davon unterstützt sie auch als Kooperationsbetrieb das BBW Neumünster. Ausbildungsleiter Frank Pichler kommt gerne ins Gespräch mit den Verantwortlichen der kooperierenden Wirtschaftsunternehmen. „Ich halte mich gerne auf dem Laufenden über aktuelle Themen der Betriebe, informiere mich über neue Ausrichtungen, Produkte und über die Personalsituation. Dies ist wichtig, wenn wir in der Förderung unserer jungen Erwachsenen Betriebsnähe leben wollen“, so der Ausbildungsleiter.

So lässt er sich auch von Frau Speck u.a. über die ersten fünf Jahre der Aufbauarbeit ihres Unternehmens informieren, in der eine ständige Herausforderung die Suche nach qualifiziertem Personal gewesen sei. Hier ist es bemerkenswert, dass die Berufe im Malerhandwerk in den letzten Jahren auch mehr und mehr Frauen ansprechen. Dies kann Frank Pichler nur bestätigen, da zurzeit die Frauenquote im Malereibereich des Berufsbildungswerks knapp 50% beträgt. Simone Speck freut sich über diese Entwicklung und wünscht sich explizit, dass eine weibliche Handschrift in ihrem Unternehmen erkennbar ist.

Die Anforderungen an zukünftiges Stammpersonal sieht die Unternehmerin vor allem in der Lust auf den Beruf, in Freude an der Gestaltung und einem gepflegten Äußeren, " da man sich schließlich in Privaträumen von fremden Menschen bewege". Zudem achte sie sehr auf das Sozialverhalten der Mitarbeitenden. "Das fängt beim Tagesgruß an, den ich ggf. auch einfordere", erzählt die Unternehmerin lachend, und  ergänzt, dass sich soziale Kompetenz natürlich letztendlich in einem guten kollegialen Verhalten im Team zeige. Körperliche Anforderungen sind aber aber auch wichtig, da man viele Über-Kopf-Arbeiten ausführen und auch Gewichte bewegen muss. Hier würden aber schon viele unterstützende, arbeitserleichternde Werkzeuge und Hilfsmittel eingesetzt.

Simone Speck und Frank Pichler stehen vor der Malerei Speck

Simone Speck und Ausbildungsleiter Frank Pichler freuen sich über die erfolgreiche Kooperation

Simone Speck engagiert sich zudem ehrenamtlich für ihren Beruf, so ist sie Vorstand der Handwerkskammer und Obermeisterin in der Maler- und Lackiererinnung. Sie habe so immer Kontakt zu anderen Kolleginnen und Kollegen und könne auch jüngere Fachleute motivieren, sich für den Berufsstand einzusetzen. 

Warum sie Auszubildenden Praktika in ihrem Betrieb ermöglicht? „Ich sehe die Potenziale bei den jungen Menschen, die nicht die Chance hatten, früher einen guten Weg zu gehen. Ich möchte sie dabei unterstützen, auf eigenen Füßen zu stehen, das Leben zu meistern“.  Sie spricht sich neben einer regulären Ausbildung auch für die theoriereduzierte Ausbildung aus und lobt das Engagement der Berufsbildungswerke. Wenn sie freie Stellen zu besetzen hat, habe sie auch schon VAmB- Auszubildende beschäftigt (verzahnte Ausbildung mit Berufsbildungswerken), die es Auszubildenden ermöglicht, eine längere Ausbildungszeit im Betrieb zu sein und dabei weiterhin vom gewohnten Reha-Personal psychosozial und fachlich betreut zu werden. "Die Jugendlichen werden im BBW fachlich auf einem gutem Niveau ausgebildet und dann müsse die Betriebsnähe gewährleistet werden, darum sei VAmB eine gute Sache für beide Seiten", betont die Malermeisterin. "Die Auszubildenden haben durch VAmB eine gute Chance, sich bei einem Unternehmen zu präsentieren und das ist die beste Eintrittskarte in ein Beschäftigungsverhältnis, worauf es doch schlussendlich ankommt."